Redebeiträge 2019

Hier findet Ihr Redebeiträge und Infotöne zu den Protesten im Mai 2019 in München.

Infotöne

Redebeiträge

Gender Equality Media e. V. – Verein gegen sexistische Berichterstattung

Wir sind heute hier, um dafür zu demonstrieren, dass jeder Mensch selbst über den eigenen Körper bestimmen darf. Wir wollen heute feiern und ein Zeichen dafür setzen, dass es unser Leben ist, über das wir entscheiden – und zwar nur wir! 

Selbstbestimmt zu leben ist aber nicht so leicht, wenn gesellschaftliche Bilder von einigen Stellen ganz gezielt in eine reaktionäre Richtung gelenkt werden und so Alltag, Politik und Gesetzgebung bestimmen.

Und an dieser Stelle darf man den Einfluss von Medienmacher*innen nicht unterschätzen! 

Sprache hat die Macht, Werte zu vermitteln. Sprache bildet Meinung, Worte bestimmen das Denken. So können Menschen unterbewusst bestimmte Wertvorstellungen und Anschauungen kommuniziert werden. Wenn dann Medienhäuser oder Redaktionen eine bestimmte Politik verfolgen, können sie das gezielt ausnutzen – und sie tun es auch. Sie tun das und versuchen so, feministische Bestrebungen ins Lächerliche zu ziehen oder unglaubwürdig zu machen. Sexistische und diskriminierende Texte und Fotos werden meistens nicht aus Versehen genutzt, sie werden strategisch eingesetzt, um genau das zu erreichen oder ganz einfach um ihre Verkaufszahlen und Klickzahlen steigern. Und das, obwohl oder gerade weil viele Menschen sich auf die Berichterstattung verlassen! 

Dass Medien diese Verantwortung gerade aber noch nicht wahrnehmen, sehen wir jede Woche wieder in unseren Medienscreenings. Wir lesen so viel Quatsch, egal ob es um den angeblichen Gender-Gaga geht oder ob die Schaffung eines Bewusstseins für Diskriminierungen einfach nur ins Lächerliche gezogen wird. 

Erst heute habe ich zum Beispiel in der Frankfurter Allgemeinen wieder gelesen, dass diese „linke Identitätspolitik“ der Gesellschaft schadet, dass es dabei angeblich nur um die Schaffung von Schuld- und Opferidentitäten geht und wir die Freiheit „auf dem Altar verabsolutierter Gleichheitsideale opfern“. 

Solche Texte und ihr Wortwahl sind ein Spiegel der vorherrschenden Machtstrukturen. Wenn feministische Bestrebungen immer wieder abgewertet werden, hat das Einfluss auf die Verhältnisse in unserer Gesellschaft. 

Deshalb fordern wir, dass Medienmacher*innen ihre Verantwortung wahrnehmen! Wir fordern, dass Menschen in Presseberichten nicht mehr abgewertet werden, nur weil das eventuell mehr Klickzahlen und mehr Kohle bringt! Wir fordern ein Umdenken und stellen uns gegen antifeministische und sexistische Kackscheiße in den Medien!