Am 24.11.2018 das Vigil der Fundis stören

Am morgigen Samstag findet wieder einmal ein Vigil des „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“ statt. Wir rufen zu dezentralen Aktionen gegen den Marsch der Fundis auf (siehe hier). Außerdem gibt es eine Kundgebung in unmittelbarer Nähe der Zwischenkundgebung der Fundis vor pro familia auf Höhe der Georgenstraße 28, an der ihr euch beteiligen könnt. Im folgenden haben wir alle wichtigen Daten noch einmal zusammengetragen:

Start des Vigils der Fundis: 10 Uhr an der Paulskirche (Haltestelle Theresienwiese)

Zwischenkundgebung der Fundis vor pro familia (Türkenstraße 103): ca. 11 Uhr

Kundgebung gegen die Fundis auf Höhe der Georgenstraße 28: ab 10:30 Uhr

Die vorraussichtliche Route der Fundis könnt ihr auch auf unserer Aktionskarte finden:

Wir sehen uns am Samstag.

Aufruf gegen die monatlichen Vigilien: „Ihr könnt uns immernoch kreuzweise!“

Mit so genannten Gebetsvigilien oder Mahnwachen setzen radikale Abtreibungsgegner*innen in ganz Deutschland Ärzt*innen und ungewollt Schwangere unter Druck. In München werden diese Märsche vom Verein Euro Pro Life bzw. „Helfer für Gottes kostbare Kinder“ organisiert. Jeden Monat wackelt die Gruppe mit ihren Schildern durch München, zieht vor pro familia und betet dort. Singend und betend gegen Schwangerschaftsabbrüche… zum Kotzen.

Der Stadt sind nach eigenen Angaben die Hände gebunden, dabei wäre eine Bannmeile rund um Kliniken und Beratungsstellen ein erster wichtiger Schritt zum Schutz der Betroffenen. Doch es scheint, als ob die Parteien dem Psychoterror keine Ende bereiten wollen.

Erwartbar, aber natürlich nicht akzeptabel.

Darum halten wir ab dem 24. November 2018 jeden Monat eine Kundgebung vor der Beratungsstelle von pro familia (Türkenstraße 103) ab. Dort wo sonst selbst ernannte „Lebensschützer*innen“ ihre Hetze verbreiten, werden nun wir unsere Positionen auf die Straße bringen. Mit unseren Kundgebungen möchten wir Mut machen und endlich mit dem Tabu brechen, dass über Schwangerschaftsabbrüche nicht gesprochen wird. Und wir hoffen damit zu verhindern, dass christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen ungewollt Schwangere weiter terrorisieren und die wichtige Arbeit der Beratungsstellen behindern.

Unsere Forderungen sind noch immer:

  • Sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung
  • Die Abschaffung der Paragraphen 218 und 219a StGB
  • Volle Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen durch Krankenkassen
  • Mehr Kliniken und Praxen in denen ein Abbruch vorgenommen werden kann
  • Schwangerschaftsabbruch als verpflichtender Teil der medizinischen Ausbildung
  • Abschaffung der Gewissensfrage, die Ärzt*innen die Möglichkeit gibt, Abbrüche ohne Angabe von Gründen zu verweigern
  • Kostenloser Zugang zu Verhütungsmitteln
  • Ein Umdenken in der Gesellschaft: Es darf keine Rolle spielen, ob Kinder mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommen. Wir sind gegen eine normative Selektion durch pränatale Diagnostik.
  • Die Gleichstellung aller Lebensweisen

Kommt vorbei, zeigt Euch solidarisch und lasst uns gemeinsam emanzipatorische Strategien entwickeln, an der Abschaffung von § 218 und § 219a arbeiten oder einfach nur gemeinsam Tee trinken und quatschen.

Eine Nachricht an die Fundis: ihr könnt uns noch immer kreuzweise. Verpisst euch! Mfg die bösen Linken. 😛

Wir starten am 24. November um 10:30 Uhr mit unserer ersten Kundgebung in der Nähe der pro familia Beratungsstelle in der Türkenstraße 103. Den genauen Veranstaltungsort, sowie Informationen zur Route der Fundis werden wir kurzfristig noch bekannt geben.

Nachbereitungstreffen am 02. November

Am kommenden Freitag, den 02. November treffen wir uns noch einmal im Zusammenhang mit unserer Pro Choice Demonstration, um einige offen gebliebene Organisationsfragen zu klären, aber vor allem auch, um eine Reflexionsrunde zur Demonstration zu machen.

Wenn ihr diesbezüglich Anliegen habt, die ihr an uns herantragen wollt, kommt gerne vorbei.

Wir treffen uns dazu um 19 Uhr in der Ligsalzstraße 8. Ab 18 Uhr gibt es bereits KüfA.

Aufruf in leichter Sprache

Der 1000-Kreuze-Marsch:

Am 27. Oktober treffen sich religiöse Gegner und Gegnerinnen von Abtreibung.

Und laufen durch München.

Dieser Marsch heißt 1000-Kreuze-Marsch.

Die Teilnehmenden wollen Abtreibung verbieten.

Abtreibung bedeutet, eine Schwangerschaft abzubrechen.

Sie sagen, dass man durch eine Abtreibung zu einem schlechten Menschen wird.

Wir sind dagegen:

Wir wollen, dass Schwangere selbst entscheiden dürfen über ihren Körper.

Also selbst entscheiden dürfen, ob sie ein Kind bekommen wollen.

Oder ob sie die Schwangerschaft abbrechen wollen.

Diese Meinung wird auch Pro Choice genannt.

Choice ist ein englisches Wort.

Es bedeutet Wahl-Möglichkeit.

Wir finden, dass Männer und Frauen gleich-berechtigt sind.

Das schwere Wort für diese Meinung ist feministisch.

Deshalb laufen wir an dem Tag auch durch München.

Gegen den 1000-Kreuze-Marsch.

Für das Recht, selbst zu entscheiden.

Wir freuen uns, wenn Sie uns dabei helfen.

Samstag, 27. Oktober 2018, 13 Uhr, Max-Joseph-Platz

Infoveranstaltung zu den geplanten Protesten gegen den 1000-Kreuze-Marsch

Am Freitag, den 26. Oktober, einen Tag vor unserer Pro Choice Demonstration gegen den 1000 Kreuze Marsch wollen wir auf einer Informationsveranstaltung in entspannter Atmosphäre bei leckerem Essen und kühlen Getränken letzte Informationen zu unserem Protest bekannt geben.

Kommt doch einfach auf ein Bier vorbei, stellt uns eure Fragen und unterstützt unsere Demonstration mit einer kleinen Spende. Wir freuen uns auf euch.

Los geht’s ab 19 Uhr in der Ligsalzstraße 8. Gegen 20 Uhr wird es einen kurzen Input zu den geplanten Protesten geben. Anschließend wollen wir den Abend gemeinsam ausklingen lassen.

Planungstreffen #5

Am Freitag, den 19. Oktober 2018 wollen wir uns zu unserem nächsten Planungstreffen für die ProChoice-Demonstration am 27. Oktober 2018 treffen.

Wir laden alle Gruppen und Einzelpersonen die sich an der Organisation dieser Demonstration beteiligen wollen ein, vorbeizukommen und mitzumachen.

Ort: Ligsalzstraße 8

Datum: 19. Oktober 2018

Beginn: 19:00

Planungstreffen #4

Am Freitag, den 12. Oktober 2018 wollen wir uns zu unserem nächsten Planungstreffen für die ProChoice-Demonstration am 27. Oktober 2018 treffen.

Wir laden alle Gruppen und Einzelpersonen die sich an der Organisation dieser Demonstration beteiligen wollen ein, vorbeizukommen und mitzumachen.

Ort: Ligsalzstraße 8

Datum: 12. Oktober 2018

Beginn: 19:00

Aufruf

Radikale Abtreibungsgegner*innen von „Euro Pro Life e. V.“ und der „Arbeitsgemeinschaft Lebensschutz München“ planen am 27. Oktober 2018 einen Marsch der „1000 Kreuze für das Leben“ durch die Münchner Innenstadt, um damit gegen Schwangerschaftsabbrüche zu protestieren.

Auf antifeministische und homofeindliche Hetze haben wir keinen Bock und werden den Marsch daher nicht unbeantwortet lassen! Kommt um 13 Uhr auf den Max-Joseph Platz. Demonstriert für das Recht auf geschlechtliche und körperliche Selbstbestimmung und sabotiert den Marsch der Fundamentalist*innen mit kreativen Aktionen.

27. Oktober 2018, ab 13 Uhr, Max-Joseph Platz, München

In Zeiten rechter Massenmobilisierung gilt es Erkämpftes zu verteidigen, Bündnisse zu schmieden und sich zu vernetzen, um emanzipatorische Positionen gemeinsam weiterzuentwickeln und auf die Straße zu bringen. Denn die selbst ernannte „Lebensschutz“-Bewegung profitiert maßgeblich vom Rechtsruck und verbreitet mit ihren Vorstellungen der heterosexuellen, weißen Kleinfamilie gleichzeitig bewusst (extrem) rechte Positionen.

Am 27. Oktober 2018 werden radikale Abtreibungsgegner*innen durch München marschieren. Sie fordern ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und vertreten ein christlich-fundamentalistisches Weltbild.

Sie geben vor, „für das Leben“ zu sein, vertreten vermeintlich die „Kultur des Lebens“… das ist blanker Hohn angesichts der 47.000 Menschen, die jedes Jahr weltweit sterben, weil sie keinen Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen haben.

Pro Choice bedeutet nicht pro Abtreibung! Doch die Welt in der Abbrüche nicht mehr vorkommen, gibt es nicht. Abtreibungen hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Darum kämpfen wir dafür, dass ungewollt Schwangere eine Entscheidung treffen können, ohne von radikalen Fundamentalist*innen unter Druck gesetzt, von der Gesellschaft stigmatisiert oder vom Staat kriminalisiert zu werden.

Denn entgegen der Annahme vieler sind Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland weiterhin illegal. Sie werden mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft, wenn sich die schwangere Person nicht an die Regeln hält, die zum Beispiel eine so genannte „Schwangerschaftskonfliktberatung“ und eine anschließende mehrtägige Bedenkzeit beinhalten. Schwangerschaftsabbrüche über das Strafgesetzbuch zu regeln, ist der ultimative Ausdruck unserer patriarchalen Gesellschaft. Darum fordern wir die sofortige und ersatzlose Streichung des Paragrafen 218 StGB!

Ein weiterer Paragraf der von den selbst ernannten „Lebensschützer*innen“ missbraucht wird, um Ärzt*innen unter Druck zu setzen ist der Paragraf 219a StGB, der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche regelt. Die ambivalente Gesetzgebung sorgt auch hier dafür, dass betroffene Personen sich nicht ausgewogen und sachlich über Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruchs informieren können. Darum fordern wir die Abschaffung des Paragrafen 219a StGB und zeigen uns solidarisch mit den betroffenen Ärzt*innen.

Viele Positionen der „Lebensschützer*innen“ sind konservativ, rechts und völkisch. Sie propagieren die weiße, heterosexuelle Kleinfamilie als anzustrebende Norm und hetzen gegen queere Menschen und LGBTI*. Sie arbeiten mit (extrem) rechten Kräften wie CDU/CSU oder AfD zusammen. So steuern Vertreter der CDU Grußworte zum homofeindlichen „Marsch für das Leben“ in Berlin bei, ein AfDler wünscht sich öffentlich eine „Einwanderung durch den Geburtkanal deutscher Frauen“. Wieder andere relativieren aufs Widerlichste NS-Verbrechen, etwa indem sie Abtreibungen mit der Shoa vergleichen und diese als „Babycaust“ bezeichnen.

Diese ekelhaften Positionen dürfen nicht unwidersprochen bleiben – egal ob in Berlin, Salzburg, Bern, München oder sonstwo auf der Welt. Denn wir lieben wen wir wollen und wir leben wie wir wollen.

Unsere Forderungen:

  • Sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung
  • Die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a StGB
  • Volle Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen durch Krankenkassen
  • Mehr Kliniken und Praxen in denen ein Abbruch vorgenommen werden kann
  • Schwangerschaftsabbruch als verpflichtender Teil der medizinischen Ausbildung
  • Abschaffung der Gewissensfrage, die Ärzt*innen die Möglichkeit gibt, Abbrüche ohne Angabe von Gründen zu verweigern
  • Kostenloser Zugang zu Verhütungsmitteln
  • Ein Umdenken in der Gesellschaft: Es darf keine Rolle spielen, ob Kinder mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommen. Wir sind gegen eine normative Selektion durch pränatale Diagnostik.
  • Die Gleichstellung aller Lebensweisen

Unser feministischer Kampf schließt selbstverständlich den Kampf gegen Staat, Nation und Kapital mit ein.

Wenn Du Dich damit identifizieren kannst, dann komm am 27. Oktober 2018 um 13 Uhr auf den Max-Joseph Platz und demonstriere für eine emanzipierte Gesellschaft und gegen das Patriarchat. Rechte oder konservative Kräfte sind logischerweise nicht willkommen.